Tutorial: Fotografieren - Wassertropfen

Akte mit Wassertropfen erfreuen sich immer einer grossen Beliebtheit, sie sind wohl zeitlos. Bei solchen Aufnahmen gibt es aber eine Reihe von Dingen zu beachten, sowohl in der Vorbereitung als auch beim Fotografieren.

Schon das Auftragen des Wassers bereit manchem einige Probleme. Trägt man das Wasser mittels einer Sprühflasche direkt auf die Haut auf, so erhält man zwar Wassertropfen, die dann aber ab einer gewissen Grösse Rinnsaale bilden und einfach ablaufen, bevor man zum Fotografieren kommt. Zurück bleiben flache Wasserspuren, die auch noch recht schnell trocknen. Dies liegt an der Oberflächenspannung des Wassers und der Beschaffenheit der Haut. Man muss als entweder an der Oberflächenspannung etwas ändern oder die Grundlage (die Haut) bearbeiten.

Es gibt Fotografen, die mischen Wasser mit Glyzerin in einem bestimmten Mischungsverhältnis. Dadurch wird das Wasser "dicker" und die Oberflächenspannung erhöht. Dies bewirkt beim Aufsprühen gleichmäßige, sehr gewölbte Wassertropfen. Für mein persönliches Empfinden sind diese Tropfen jedoch schon zu "perfekt", meiner Meinung nach sieht das etwas unnatürlich aus.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Haut vorzubehandeln und zwar mit Öl. Dazu eignet sich normales Babyöl als auch Massageöl. Letzteres hat den Vorteil, dass es angenehm duftet. Die Haut wird nur ganz dünn (!) eingerieben, anschliessend gibt man dem Öl etwas Zeit einzuziehen. Die Haut darf dabei nicht glänzen. Zuviel Öl in Verbindung mit Wassertropfen hat den Effekt, wie ich ihn zuerst beschrieben habe, das Wasser läuft sehr schnell ab. Nachdem das Öl etwas eingezogen ist, kann man mit den Besprühen beginnen. Am besten eignet sich dazu ein Zerstäuber für Pflanzen, den man vorher auf Druck aufpumpen kann. Ein normaler Pumpzerstäuber tuts aber auch.

Bei dem Besprühen sollte man zwischendurch immer einmal aufhören, um zu sehen, wie sich der Effekt entwickelt. Zunächst sammeln sich die diekleinsten Wassertropfen an den Flimmerhärchen an, was etwas "pelzig" aussieht. Kurz danach bilden sich die ersten kleinen Wassertropfen auf der Haut, die dann mit langsam immer grösser werden. Sicher werden einige Wassertropfen ablaufen aber meiner Meinung nach sieht das nur natürlich aus. Sprüht man zulange, dann bilden sich langsam kleine Pfützen, die dann mit der Zeit zusammen eine grössere Pfütze bilden. Dann hat man zuviel des guten getan und man kann alles wieder mit einem Handtuch herunternehmen und neu anfangen. Hat man den erwünschten Effekt erreicht gehts ans Fotografieren.

Die Lichteinstellung sollte man unbedingt vorher schon erledigen und nicht erst dann, wenn das Model besprüht wurde. Durch die Wassertropfen ensteht auf der Haut eine Verdunstungskälte und dem Model wird es sehr schnell kalt. Dauert dies zulange, bildet sich eine Hühnerhaut und das Model sieht nicht nach Model sondern eher nach einem gerupften Huhn aus. Ich fertige solche Aufnahmen immer nach Bodyscapes an, dann stimmt schon mal das Licht und ich kann gleich weiterfotografieren.

Glücklicherweise eignet sich die Beleuchtung für Bodyscapes auch hervorrragend für Wassertropfen-Aufnahmen. Man muss sich Wassretropfen als kleine glänzende Kugeln vorstellen. Der Lichtpunkt sitzt immer auf der Seite, von der sie angestrahlt werden. Sicher kann man den Körper von oben beleuchten, um den Wassertropfen eine hohe Plastizität zu geben, die Körperlandschaft ist aber dann dahin. Die Bodyscape-Beleuchtung führt dazu, dass sich an der Rundung der Wassertropfen ein kleiner Lichtsaum bildet, der schon vollkommen ausreicht.

Eine Variante dieser Fotografie bildet die Verwendung von Milch anstatt Wasser. Hierzu habe ich zu wenig Erfahrung, um darüber ein Tutorial schreiben zu können. Eins weiss ich aber: Man sollte nie Kondensmilch auf einer eingeölten Haut verwenden, das ganze müffelt mit der Zeit fürchterlich! *g*