Tutorial: Referenzhauttöne

Wer kennt das nicht: Man hat ein schönes Portrait eines Models fotografiert, welches einem besonders wegen der gelungen Hauttöne gefällt. Einige Zeit später fotografiert man das gleiche Model, jedoch in einer anderen Umgebung z.B. unter einem Baum. Da das Licht mit Sicherheit ein anderes als bei dem ersten Shooting ist (wegen dem Grün der Blätter), sehen die Hautfarben blaß und fahl aus.
Es müsste eine Möglichkeit geben, Hauttöne zu speichern, um sie später bei einem Bild wieder anwenden zu können. Diese Funktion kann man in Photoshop relativ einfach gestalten und zwar mit Farbverläufen.

Nehmen wir einmal dieses Bild von Annette, dessen Hautfarbe wir als eine Hauttonreferenz auswählen und abspeichern möchten. Wichtig bei der Auswahl eines Bildes ist es, dass in diesem Bild auch mittlere Hauttöne zu finden sind. Dunkle oder helle Partien sind als Referenz wenig geeignet aber dazu später mehr. In diesem Bildbeispiel habe ich z.B. einen Hautton aus dem Stirnbereich ausgewählt.



Mit dem Pipetten-Werkzeug wählt man einen mittleren Hautton aus. Sinnigerweise sollte dieser aus dem Bereich des Gesichts kommen. Wenn sich dort keiner finden lässt, dann kann auch einen Farbton aus dem Körperbereich nehmen, wichtig ist immer, dass es ein mittlerer Hautton ist, also nicht zu dunkel und nicht zu hell.



Hier sieht man nun, wie die gewählte Farbe in die Werkzeugleiste übernommen wurde. Für weitere Bearbeitungen sollte dieser Farbton als Vordergrundfarbe gesetzt sein, sofern dies nicht der Fall ist. Anschliessend muss man eine neue Datei erstellen, wobei sich die Maße 400x60 Pixel bewährt haben. In diese Datei wird der spätere Verlauf gesetzt. Man sollte hier einen Dateinamen vergeben, bei denen man direkt weiss, worum es sich hierbei handelt. Ich habe dieser Datei z.B. den Namen "Hautton Annette Studio" gegeben.



Um nun einen Verlauf herzustellen, klickt man in der Werkzeugleiste auf das Verlaufsymbol und mit einem Doppelklick auf die obere Verlaufsfarbe gelangt man in die Übersicht der Verläufe. Der vorher gewählte Hautton steht dabei als erstes in der Liste. Man klickt diesen an und legt einen neuen Verlauf an, den man enstprechend sinnig betitelt. In diesem Fall "Verlauf Annette Studio". Der neue Verlauf taucht in der Verlaufsübersicht dann an erster Stelle auf.



Nun haben wir einen Verlauf von der Hautton-Farbe bis hin zu weiss. Da zwar dunklere Bereiche aber nicht Weiss vorkommen soll, muss man den Verlauf zunächst einmal in der Art und Weise bearbeiten, dass Weiss durch einen abgedunkelten Hautton ersetzt wird. Hierzu macht man einen Doppelklick auf das untere rechte Symbol.



Man gelangt dann in den Farbwähler, mit dessen Hilfe wir die Farbe bestimmen, die Weiss in dem Verlauf ersetzen soll. Die Funktion "Nur Webfarben" sollte dabei deaktiviert sein. Da wir unseren Hautton als Vordergrundfarbe bereits gewählt haben, ist dieser im Farbwähler bereits ausgewählt. Man muss nun nicht herumexperimentieren, sondern lediglich den "Schwarzwert" verändern. Man setzt diesen z.B. um ca. 25% herunter, in diesem Fall auf 45 und klickt auf OK. Das Weiss wurde nun durch den dunkleren Hautton ersetzt.



Ebenso verfährt man mit der "linken" Seite des Verlaufs (Symbol links doppelklicken) und erhöht dann im Farbwähler den Schwarzwert. In unserem Fall habe ich diesen Wert auf 100 gesetzt. Man erhält so einen sehr schönen Hautton-Verlauf von den Lichtern bis hin zu den Schatten. Sollte der Hautton bei den späteren Anwendungen nicht "passen" so muss man nur andere Werte für den Schwarzwert ausprobieren aber dazu mehr in einem anderen Tutorial.



Letztendlich muss dieser Verlauf nur noch in die neue Datei übertragen werden. Man zieht sich hier einen einfachen Verlauf von links nach rechts. Das Ergebnis sollte dann ungefähr so aussehen, wie auf dem Bild. Sicher werden sich die Verläufe unterscheiden, da man ein anderes Portrait ausgewählt hat und der mittlere Hautton wird auch heller oder dunkler aussehen. Abschliessend speichert man die Datei als Jpg ab.
Auf diese Weise lassen sich eine ganze Reihe von Hauttönen abspeichern und man gelangt mit der Zeit zu einer richtigen Datenbank. Es wird dann zukünftig sehr viel leichter sein, Farbstiche in Hauttönen zu bearbeiten.

Wie man diese Verläufe einsetzt, kann man in dem Tutorial "Referenzhautton anwenden" nachlesen, welches in Kürze erscheinen wird.