Feigenblatt-Magazin

Sicher schon wieder so ein Allerwelts-Akt-Heftchen dachte ich mir, als ich beim zwanglosen surfen auf die Homepage von Feigenblatt-Magazin.de stolperte. Jaja, ich weiss, früher haben die Leute auch nur aus Versehen "Tutti-Frutti" geschaut *g*. Ich lese mir die Inhalte des aktuellen Hefts durch. Da war nichts zu finden von "Kauf mich" und "Dieses Heft musst Du haben!" etc. Nein, es war alles sehr informativ und ging thematisch auch in die Tiefe. So ist auch die Philosophie des Feigenblatt-Magazins:

"Erotik und Sex gehören zu den ganz wenigen Konstanten, um die sich das Leben dreht. Doch oft geht die Sinnlichkeit im Alltag verloren. Zwar ist Sex in den Medien allgegenwärtig, aber diese Form der Zurschaustellung von intimen Details reizt viele Menschen nur noch zum Abschalten. Die Übersexualisierung in der Öffentlichkeit verunsichert vielmehr, denn die dort vorgegaukelte Selbstverständlichkeit eines erfüllten Liebeslebens steht oft im Widerspruch zur Flaute im eigenen Schlafzimmer. Das Feigenblatt wird sich auf die Suche machen nach Momenten echter Intimität, will sinnliche Gefühle wiedererwecken und Nuancen finden, die Sexualität beschreiben, ohne sie zu verkaufen. Kurzgeschichten, Reportagen, Essays und geschmackvolle Fotografien sollen Frauen und Männer ansprechen. Auch historische Texte und Illustrationen, Buchbesprechungen, Kuriosa, Satirisches, Ratgebertexte und Kleinanzeigen werden ihren Platz in der Zeitschrift finden."

Die Aufmachung der Titelseite weiss zu gefallen. Endlich mal keine Wassernixe, die lasziv den Kopf nach hinten wirft oder die hundertausenste Ansicht einer weiblichen Brust in Nahaufnahme oder dergleichen. Das schwungvoll gestaltete Logo erinnert einen an die rührenden Heftchen der 60er und 70er Jahre, die wir damals....na, lassen wir das *g*.

Ein Grossteil des Heftinhaltes nehmen erotische Erzählungen ein, wobei Lyric-Fans aber auch auf ihre Kosten kommen. Der Mix aus Texten und Bildern ist gelungen. Apropo Bilder: Die gibt es reichlich. Ich als Fotograf hätte natürlich viele Bilder ganz anders fotografiert *g*. Die Qualität der Bilder geht soweit in Ordnung, hauen mich aber nicht so ganz vom Hocker. Vermutlich versteht sich das Feigenblatt-Magazin in erster Linie auch nicht als Hochglanz-Magazin für angehende Newtons. Besonders gefallen haben mir allerdings die Schwarz-Weiss-Aufnahmen. Die sind Allerfeinst.

Da Erotik, neben den visuellen Eindrücken, auch gefühlsmässige Themen berührt, findet man im Feigenblatt-Magazin auch Erotik-Ratgeber a la "Sex in der Langzeitbeziehung", die sehr gut geschrieben sind. Mich als Single tangiert das zwar weniger aber sicher ist in den nächsten Ausgaben auch was für mich dabei, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben *g*.

Informativ sind auch die Hinweise zu erotischer Literatur und erotischen Sendungen im TV (Nein, ich meine jetzt nicht die "Sexy-Sportclips"!). Insgesamt gesehen deckt das Feigenblatt-Magazin eine breite Palette an erotischen Thematiken, die sich locker lesen lassen. Ich hatte z.B. Spaß beim Schmökern.

Wer sich an den Inhalten vom Feigenblatt beteiligen möchte, der hat hier ausreichend Gelegenheit dazu. Es werden immer Autoren und/oder Künstler/Fotografen gesucht. Weitere Infos hierzu findet man direkt unter http://www.feigenblatt-magazin.de/seiten/beitraege.html


Die Herausgeberin Anja Braun füllt mit Feigenblatt eine kleine aber feine Lücke zwischen den stereotypen Aktmagazinen und bietet damit eine wohltuende Alternative.
Wer mehr über Feigenblatt wissen möchte, der schaut sich am besten die Homepage an, dort werden auch Bezugsquellen aufgelistet: http://www.feigenblatt-magazin.de